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„Bitte lächeln :-)“

Hallo und „Grüezi“ ; Sie sind auf meinen privaten Seiten gelandet ; Willkommen bei „analogprint.ch“ ! Ich beschäftige mich (hobbymässig) mit analogen fotografischen Prozessen und den verschiedenen  Formen künstlerischer Druckgrafik.  Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, heisst es…….man sollte es anfassen können, finde ich…. anders gesagt : Photos und Bilder wie anno dazumal !

Ich freue mich, ihnen meine Hobbys etwas näher zu bringen und gleichzeitig Praxistipps für interessierte Anfänger zu geben . Viel Spass beim Surfen !

Film, Chemie, Silberpapier, und mehr.

Wie bitte ….mit Film fotografieren ???

Spiegelreflexkamera mit Wechselobjektiven aus den 1960er Jahren.

Mit meinen alten Kameras lenke ich immer wieder mal die Aufmerksamkeit auf mich…:-) Und manchmal werde ich auch von interessierten Kids gefragt wie das denn funktionieren kann…so ganz ohne Display und so ….. 🙂

Aber auch ältere Menschen fragen manchmal ganz erstaunt, ob es denn überhaupt noch Filme zu kaufen gibt… Und tatsächlich : die analoge Fotografie erlebt einen Aufschwung wie man es kaum für möglich gehalten hätte. Es werden wieder analoge Kameras gebaut, und in Sachen Film ist die Auswahl heute grösser denn je !

Film….Und ob man diese auch noch entwickeln lassen kann….??? Ja, man kann seine Schwarzweiss, und/oder Farbfilme entwickeln lassen, oder  Filme selber entwickeln ! Das ist kein Hexenwerk und macht Freude (und spart Geld…) , ja selbst Farbnegativ– und Diapositiv-Film kann  man im trauten Heim selber entwickeln.

Aufschwung, oder Hype ? Man weiss es nicht…

„s glänzig Velo“, fotografiert mit einer Mittelformatkamera; Film entwickelt mit Caffenol ( besteht aus Instant-Pulverkaffe, Soda und Vitamin C)

Offenbar ist es „Hip“ , sich eine alte Kamera um den Hals zu hängen… auffallend viele junge Menschen finden den Weg zur analogen Fotografie. Bei manchen bleibts beim Versuch und der Erkenntnis, dass Digital halt schon etwas einfacher von statten geht…. Viele finden aber auch in der analogen Fotografie „Ihr Eldorado“ und ein neues, befriedigendes Hobby .

Diese Tendenz der Entschleunigung und des „digitalen Entgiftens“ zeigt sich auch  bei anderen analogen Medien wie Schallplatte oder Tonband. Wer hätte gedacht, dass es eines Tages wieder neue LP`s zu kaufen gibt?

Ist es unser Immunsystem, oder unser gesunder Menschenverstand, welcher sich hier zu Wort meldet ? Sind wir an einem Punkt angelangt, an dem uns die permanente  Onlinepräsenz unangenehm wird ?  Wir müssen uns nicht Non-Stop  „be-facebooken“ und „benetflixen“ lassen. Und das Smartphone kann  getrost mal für ein paar Stunden ausgeschaltet bleiben.

Mein Vorschlag an Sie : Versuchen Sie den „Digital Detox“ ; entschleunigen Sie mal versuchsweise …Es wird Ihnen gut tun . Analog Fotografieren und Bilder (analog) bearbeiten ist erwiesenermassen extrem entspannend !

Der „Digitale Detox“ ist natürlich nur ein Grund, sich der analogen Fotografie zu verschreiben. Warum die analoge, alt hergebrachte Kunst der Fotografie wieder „in“ ist bleibt für mich persönlich irgendwie rätselhaft. Meine einzige Erklärung dafür ist das Abwenden von der absoluten Perfektion in einer von Perfektion , Leistungsdruck und Zwängen bestimmten Gesellschaft. Das ist natürlich bloss meine subjektive Meinung…Abgesehen davon macht es einfach nur Freude, dem alten Gerät wieder Leben einzuhauchen und mit gespannter Vorfreude der Dinge zu harren, die denn da aus dem Entwicklerbad auftauchen 🙂

Zuerich-Stadelhofen 2020, fotografiert mit einer Kompakt-Kleinbildkamera (Olympus mju); in der Dose entwickelt.

Kameras, Film, Filmformate…

Ich werde hier an dieser Stelle einfach mal ein paar Gedanken los zum obigen Titel. Ich möchte auch nicht zu sehr ins Detail gehen, sondern dem interessierten Laien einige hoffentlich wertvolle Tipps geben. Womit ich selber fotografiere :

Meine Kameras, „Knipsen“ und dergleichen ? Ein mehr oder minder funktionsfähiges Sammelsurium der verschiedensten Epochen und Filmformate. Wobei ich einige wirklich tolle und funktionsfähige Exemplare mein eigen nennen kann. Kameras arbeiten mit unterschiedlich grossem Film. Als wichtigste seien zu erwähnen : Das Kleinbildformat (oder KB) oder auch 35 genannt , hat eine Negativgrösse von 24x36mm , Mittelformat – Film Typ 120 findet Verwendung für 6×4,5 cm, 6×6 cm, 6×7 cm und 6×9 cm per Negativ. Seltener wird der 120er-Film für Panoramakameras verwendet (6×12, 6×17 u.a.) Beide, 120er und KB sind Rollfilme, wobei für Grossformat – Kameras Planfilme (d.h. einzelne Filmblätter) ab 9x12cm , oder gebräuchlicher 4×5 inches verwendet wird.

Film-Entwicklung

Filme kann man entwickeln lassen, oder, wie bereits erwähnt, auch ohne grossen technischen und finanziellen Aufwand selber entwickeln. Wer regelmässig fotografiert ist gut beraten, seine Filme selber zu entwickeln. Wer dies selber tut kann mit den Parametern „spielen“ (kürzer oder längere Belichtungszeiten, pushen und pullen, variieren und Anpassen der Entwicklungszeiten um Kontrast und Bildwirkung zu beeinflussen. Übrigens : die Kosten pro Filmentwicklung (SchwarzWeiss) sind für Selbermacher absolut minimal. Auf der FAQ-Seite mehr Infos zum Thema Film.

Frühe Messsucherkamera aus den 1920er-Jahren , Negativformat 6×9 cm. Funktionsfähig.

Was ich dem Einsteiger empfehlen würde ? Im riesigen Gebiet der analogen Fotografie kann man sich schnell verlieren. Wie schnell ist ein Fehlkauf getätigt ! Deshalb mein Rat : unbedingt eine Kamera wählen, welche noch nicht allzu alt ist . Spiegelreflexkameras aus den 60zigern und 70zigern versprühen jede Menge Vintage Charme. Man sollte jedoch diesen alten Schönheiten (vorerst) widerstehen und sich zum Starten eher eine SLR aus den späten 80zigern oder aus den 90zigern anschaffen. Diese SLR (Single Lens Reflex / Spiegelreflexkameras) bieten folgende Vorteile : modern, Automatikprogramme oder voll manuell bedienbar, in der Regel günstig in der Anschaffung, und (meistens) auch funktionsfähig. Online-Auktionen (z.B. Ricardo u.a.) sind mit Vorsicht zu geniessen; bei Problemen mit dem Verkäufer kanns mühsam werden… Falls der Verkäufer eine Garantie gewährt kann es Sinn machen, auch ein paar Franken mehr auszulegen. Was so was kostet ? Die Preise haben zünftig angezogen in letzter Zeit; die Nachfrage macht sich bemerkbar. Bei Nikon (F50, F70,F401,F90) bewegen sich die Preise so zwischen 50 und 120.- (meistens ist ein Zoom-Objektiv mit dabei). Mit Glück kanns auch weniger sein. Gut zu wissen : Günstig muss nicht schlecht bedeuten! Sofern die Kamera funktioniert und die Verschlusszeiten einigermassen stimmen sind Sie auch als Anfänger auf gutem Weg. Wer (bedeutend) mehr auslegen kann und will kann sich auch eine Messucherkamera (kleiner,kompakter, da ohne Spiegel) anschaffen. Diese sind sogar neu erhältlich und können (je nach Linse) die 10tausender-Marke knacken….

Wie aus dem Negativ ein Bild wird

Keine Angst, man muss kein Chemiestudium absolviert haben um Filme und Papiere zu entwickeln 🙂 Grundsätzlich unterscheiden wir 2 Prozesse : einerseits das belichtete (und mittlerweile entwickelte) Negativ ; und andererseits das Positiv , resp. das Foto. Ein Photo wie anno dazumal . Nicht ein banaler Druck aus dem Inkjetprinter, nein. Ein Handabzug .Ein „richtiges“ Foto zum Anfassen.

Der Vergrösserer . mit diesem wird das Negativ auf das Silbergelatinepapier aufbelichtet, um dann unter rotem Licht in der Schale entwickelt zu werden.
Hell wird Dunkel, und Dunkel wird Hell; die Widergabe des Negativs auf der Grundplatte .Der Abstand der Linse zum Brett bestimmt den Abb.massstab.

Magische Momente

So, langsam nähern wir uns dem magischen Moment, wo sich im gedämpften roten Safelight der Dunkelkammer die Silberkristalle zum Bild formieren. Wie durch Zauberhand erscheint das positive Abbild des Negativs auf dem nassen Papier.

Man könnte annehmen, dass dieser magische Moment mit der Zeit seine Faszination einbüsst…doch dem ist nicht so. Die Entstehung eines analogen Fotos ist immer wieder aufs Neue faszinierend !

„Stefan“, Handabzug auf 18x24cm RC Muligrade Papier ; DURST Vergrösserer mit Nikon 50mm Objektiv ; Aufnahme mit Nikon F100 / SIGMA 1:2.8 /28-105mm auf Fomapan Film. (im Bild v.L. eine Filmentw.dose mit Spirale)

So, unsere kleine Zeitreise ins Reich der analogen Fotografie endet hier vorerst…wenn Sie Lust auf mehr bekommen haben oder selber mal Hand an eine alte Kamera legen wollen : ich stehe gerne zur Verfügung.