Dunkelkammer, Licht + Fotopapier

Wer eine eigene Dunkelkammer einrichten will muss sich Gedanken zum richtigen Dunkelkammer-Licht machen

Die sogenannten Safelights sind entweder NEU im Fachhandel erhältlich, oder (noch) relativ zahlreich bei Ebay und Co. zu finden.

 

In einem kleinen Raum reicht evtl. bereits die klassische rote Birne . Mit einer oder mehreren solcher Glühbirnen lässt`s sich bereits arbeiten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 Abb. 1 : Der Schein trügt ! Der Raum scheint mit einer schwachen Rotlicht-Glühbirne bereits ausreichend ausgeleuchtet zu sein. Diese einzelne Glühbirne reicht bei weitem nicht aus um vernünftig zu arbeiten !

Man darf sich von der obigen Aufnahme nicht täuschen lassen : die Digitalkamera sieht die Dinge auf andere Weise. Das Schummerlicht wird zwar von den hellen Wänden noch reflektiert…puncto Sehkomfort bringt das jedoch nichts. Wie gesagt : der Schein trügt ! Bei diesem super-diffusem, schwachen Licht macht es nicht wirklich Freude zu Vergrössern.

 

Wer jedoch ein angenehmeres und besser verteiltes Licht will sollte sich die Anschaffung einer LED-Beleuchtung überlegen. Im Bau+Hobby / DIY-Markt sind solche LED-Streifen recht günstig zu erwerben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Abb. 2 : Ein LED-Streifen aus dem Baumarkt . Der Dimmer ist auf max. Helligkeit gestellt…schön Rot und schön hell 🙂 Aber wie wird mein Papier auf meine neue Beleuchtung reagieren ?

Üblicherweise werden diese Streifen als 5-Meter-Rolle angeboten, welche sich mit einer normalen Haushaltsschere auf die gewünschte Länge zuschneiden lassen.

 

WICHTIG und beim Kauf unbedingt zu beachten : die Helligkeit muss regulierbar sein ! (und manche LED-Streifen verfügen nur über weisses Licht…)

Wie safe ist mein Safe-Light ?

„Welches Licht für welches Papier“ ?  Das ist die Gretchenfrage und verbindliche Antworten darauf kann nur ein sogenannter Schleiertest geben.

 

Solche Tests geben Aufschluss über :

 

· generelle Eignung (Lichtfarbe , weil Rot ist nicht gleich Rot)

 

· Einwirkungsdauer (übersteht mein Papier 5 Minuten Rotlicht ohne Schleierbildung?)

 

· Abstand zur Arbeitsfläche  (Lichtintensität anpassen!)

 

Ein Schleiertest ist keine Hexerei 🙂

Zum Schleiertest ( wird manchmal Neudeutsch auch Fogtest genannt) gibt`s nicht viel zu sagen. Es gibt nichts einfacheres : setzen sie ihr Fotopapier für einige Minuten dem Rotlicht aus und schon haben Sie Gewissheit. Legen sie eine Münze oder einen Negativstreifen aufs Papier , um allfällige Unterschiede sichtbar zu machen. Nach erfolgter Bestrahlung wird der Papierschnipsel wie ein normaler Abzug entwickelt und fixiert . Den (oder die) Schnipsel beurteilen sie am besten bei Tageslicht .

 

Drei Papiere im Vergleich

 

 

 

 

 

 

  Abb. 3 : Drei RC-Papiere im Vergleich ; der Schleiertest zeigt deutlich auf, wie unterschiedlich die Papiere verschiedener Hersteller auf DuKa-Licht reagiert.

Wichtig : es wurde „nur“ die Reaktion auf das LED-Licht getestet. Die Papiere der Marken Ilford, Fomapan und Kentmere haben natürlich verschiedene Qualitätsmerkmale . Sie unterscheiden sich primär in der Haptik und im Preis.

 

 

 

 

 

 

 Abb. 4 : Zwei Schnipsel Fomaspeed Variant 311 : der erste Test zeigt einen heftigen Schleier; bei 2. Test ist kein Schleier sichtbar ,ein perfektes Bildweiss

 

 

 

 

 Abb. 5 : Das Ilford-Papier zeigt beim ersten Test (mit voller Lichtleistung) ein schwaches registrieren der Negativ-Perforation . (beim Scan leider nicht zu sehen)

 

 

 

 Abb. 6 : Das Kentmere Select VC zeigte keinerlei Reaktion und hat sogar unter hellstem LED-Licht keinen Schleier gebildet.

Die Testbedingungen

Beim „Test 1“ wurden die Papiere während 6 Minuten dem roten LED-Licht mit maximaler Leistung ausgesetzt. Der Abstand Lampe-Papier betrug ca. 95cm.

 

Beim „Test 2“ wurde während 9 Minuten mit stark reduzierter Leistung belichtet . Der Abstand Lampe-Papier betrug ebenfalls ca. 95 cm.

 

 

 

 Abb. 7 : Im Unterschied zur Abb.2 wird der LED-Streifen stark gedimmt. Die Ausleuchtung der Arbeitsfläche wirkt ausgeglichen; ein angenehmes Arbeiten ohne Papierschleier und „ohne Höhlenfeeling“ , so wie man sich das wünscht 🙂

 

Fazit

Weil allfällige Neu- oder Wiedereinsteiger vielleicht noch manchmal etwas unsicher sind bezüglich Fotolaborarbeiten : Testen sie ihre Papiere auf Schleier. Das dauert bloss ein paar wenige Minuten. Eine minimale (kaum warnehmbare) Schleierbildung kann verhindern, das ihre Weissen eben nicht richtig weiss werden…Wer noch unter „Höhlenbedingungen“ vergrössert wird bestimmt mit einer LED-DuKa-Beleuchtung happy !